UKW FREQUENZEN
12.09.17: Urteil in Terrorprozess bestätigt: zweieinhalb Jahre Haft für Iraker; Brand in Stall in Buch könnte gelegt worden sein & Aufregung nach Facebook-Posting der Vomper FPÖ

Zweieinhalb Jahre Haft – dabei bleibt es nach dem gestern neuerlichen Terrorprozess am Landesgericht Innsbruck. Angeklagt war ein 29jähriger Iraker, der 2014 und 2015 in seiner Heimat Mitglied einer schiitischen Terrormiliz gewesen und an mehreren Gräueltaten aktiv beteiligt gewesen sein soll. Der OGH hat dasselbe Urteil, das bereits vor einem Jahr gefällt wurde, wegen Zuständigkeitsfragen aufgehoben. Gestern wurde das Urteil, gestützt durch ein Gutachten eines renommierten deutschen Terrorismusexperten, bestätigt. Es ist noch nicht rechtskräftig.

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Vermutlich rechtliche Folgen wird ein Facebook-Posting der Vomper FPÖ am Wochenende haben. Unter dem Titel „Das ist die Realität in Österreich“ wurde eine Klassenliste einer Volksschule in Hall veröffentlicht, auf der Liste die vollen Namen von Schülern mit ausländisch klingenden Namen zu lesen waren. Die Grünen sprechen von unerträglicher Hetze. Nach heftigem Widerstand wurde das Posting gelöscht, allerdings nur aus datenschutzrechtlichen Gründen, so Landesparteichef Markus Abwerzger. Der eigentliche Skandal sei nämlich,

„dass wir Klassen mit bis zu 90 Prozent Migrationsanteil haben“,

so Abwerzger auf Twitter.

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Der Brand in einem Stall in Buch in Tirol vor einer Woche, bei dem das Gebäude komplett zerstört wurde, könnte gelegt worden sein. Die Brandermittler schließen ein technisches Gebrechen als Brandursache inzwischen aus. Übrig bleiben somit Fahrlässigkeit oder Brandstiftung. Die Ermittlungen gehen weiter, gestalten sich aufgrund der massiven Zerstörung aber als schwierig.

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Die Initiative „mehr demokratie!“ kündigt heute an, das Ergebnis der tirolweiten Olympia-Volksbefragung am 15. Oktober beim Verfassungsgerichtshof anzufechten. Es handle sich nämlich um keine sachliche Fragestellung,

„sondern um eine Art Werbeslogan wenn man so will, weil zum Beispiel hier auch in der Fragestellung Worte vorkommen wie ‚selbstbewusst‘, etc. Und das stammt eindeutig aus der Werbesprache. Und unserer Ansicht nach ist die Fragestellung natürlich auch unsachlich und manipulativ, weil es sich hier eben im Ganzen auch um eine Suggestivfrage handelt“,

sagt Marlon Possard von „mehr demokratie! Tirol“. Genauere Details sollen am kommenden Montag präsentiert werden. Sportlandesrat Josef Geisler sieht es gelassen. Es liege jedem frei, vor das Höchstgericht zu gehen.

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408.000 Überstunden haben die rund 2.000 Tiroler Polizisten im letzten Jahr wie berichtet geleistet. Das sind im Schnitt 204 Überstunden pro Polizist. Das ist nicht nur für die Beamten selber, sondern auch für die Politik und die Polizeigewerkschaft untragbar. Gespräche mit dem Innenministerium verlaufen konstruktiv, sagt der Landesvorsitzende der Tiroler Polizeigewerkschaft, Reinhold Siess. Sicherheitsengpässe oder gar Streiks der Polizisten müsse die Bevölkerung aber keinesfalls befürchten.

„Nein, glaube ich nicht. Da ist überhaupt keine Rede davon. Eine Besserung ist ja in Sicht. Momentan gibt es ja eine Aufnahmeoffensive und das große Problem ist, dass man mit einer Aufnahme nicht sofort den Polizisten auf der Inspektion hat. Es ist neben dem Auswahlverfahren auch eine zweijährige Ausbildung notwendig und das heißt, es kommt alles zeitversetzt, also es geht ein bisschen zögerlich voran. Wir haben sicherlich den Tiefpunkt überwunden, aber man kann nie genug Polizei haben und das heißt, wir brauchen dringendst eine Belastungsausgleich, dass man noch mehr Polizisten haben, weil auch die Aufgaben steigen“,

so Siess. Bis Jahresende nehmen heuer in Tirol knapp 160 neue Polizisten ihren Dienst auf.

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Nach wie vor keine Spur gibt es von jener 18jährigen Imsterin, die seit dem vergangenen Donnerstag vermisst wird. Wie berichtet wurde sie zuletzt gegen Mittag am Imster Bahnhof gesehen. Bei der Polizei sind inzwischen – vor allem über Facebook – einige Hinweise eingegangen, die nun abgearbeitet werden. Weitere Hinweise sind erbeten. Ein Foto der Vermissten finden Sie auf unserer U1-Facebookseite.

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In Fritzens haben unbekannte Täter am Wochenende mit einem Winkelschleifer den Tresor einer Firma aufgeschnitten und daraus mehr als 10.000 Euro gestohlen. Einbrüche nach demselben Schema hat es vergangene Woche bereits in Baumärkten in Wörgl und Reutte gegeben.

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Am so genannten „Stopselzieher“-Klettersteig im Zugspitzmassiv ist, wie die Polizei erst heute mitteilt, bereits am Sonntagmittag eine deutsche Dreierseilschaft vom Winter überrascht worden. Ein 28jähriger Mann von ihnen ist auf etwa 2.600 Metern Höhe ausgerutscht und hat sich dabei die Schulter ausgekugelt. Eine nachkommende Bergsteigergruppe hat den Vorfall beobachtet und einen Notruf abgesetzt. Mehrere Mann der Bergrettung Ehrwald machten sich zu Fuß auf den Weg, da wegen des starken Nebels ein Flug mit dem Notarzthubschrauber zunächst nicht möglich war. Etwa zweieinhalb Stunden später besserte sich die Sicht. Der 28jährige Deutsche wurde geborgen und in das BKH Reutte geflogen.

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Bei Arbeiten mit einem Bagger auf den Geleisen der Zillertalbahn bei Schlitters ist gestern Vormittag ein 54jähriger Österreicher mit seinem Bagger umgekippt. Der Fahrer ist vom Führerhaus auf die Schienen gesprungen und hat sich dabei unbestimmten Grades am Becken verletzt.

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Im SZentrum in Schwaz fällt heute Abend der Startschuss für die Österreichischen Bundespolizeimeisterschaften. Ab heute bis einschließlich übermorgen Donnerstag finden in Tirol im Großraum Schwaz und Innsbruck die 9. Österreichischen Bundespolizeimeisterschaften statt. Unter gemeinsamer Federführung der Landespolizeidirektion Tirol und des Polizeisportvereins Tirol messen sich bei zahlreichen Wettkämpfen und Bewerben beinahe 1.000 Sportler aus allen Dienstbereichen der österreichischen Exekutive. Bei den diesjährigen Bundespolizeimeisterschaften, die ganz unter dem Motto “Kurze Wege” stehen, soll neben spannenden und fairen Wettkämpfen besonders auch die Kameradschaft im Mittelpunkt stehen. Auftakt ist heute um 18:30 Uhr im SZentrum Schwaz mit dem Einmarsch der Delegationen aus den Bundesländern sowie einem landesüblichen Empfang unter anderem mit Innenminister Wolfgang Sobotka.

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Der Oscar für Geoinformationssysteme geht dieses Jahr an das Örtliche Einsatzinformationssystem tiris OEI in Tirol. Hydranten, Gasanschlüsse, Lagerorte von gefährlichen Stoffen, Stromleitungen und vieles mehr - kurzum: im tiris OEI sind alle für die heimishen Feuerwehren relevaten Informationen auf einen Blick verfügbar. Das hat bereits im Juli vom global führenden US-amerikanischen Softwarehersteller im Bereich Geoinformationssysteme, Esri, mit der Auszeichnung honoriert. Gefeiert wurde das jetzt bei einem Festakt im Landhaus. Der für den Zivil- und Katastrophenschutz zuständige Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler spricht von einer führenden Rolle Tirols im Katastrophenmanagement und verspricht die stetige Weiterentwicklung des Systems.

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Und in Lienz sucht die Polizei nach Schmierfinken. Unbekannte haben das Albin-Egger-Lienz-Denkmal am gleichnamigen Platz in der Bezirkshauptstadt Lienz mit roter Farbe verunstaltet. Die Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt. Die Polizei bittet um Hinweise.



(für Radio U1 Tirol, Peter Marksteiner)

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